Hohe Auszeichnung für Karl-Jürgen Schmitz

Die höchste Würdigung, die eine Schützenbruderschaft einem Mitglied zukommen lassen kann, ist die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.
Diese hohe Ehre wurde Karl- Jürgen Schmitz auf der Jahreshauptversammlung am letzten Sonntag zu Teil, als die Mitgliederversammlung auf Antrag des Vorstands einstimmig beschloss, Karl-Jürgen Schmitz die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.
Karl-Jürgen Schmitz trat der Bruderschaft im Jahr 1972 bei und ist damit seit fast 52 Jahren Mitglied der Bruderschaft. Viele Jahre war er aktiver Sportschütze, errang zahlreiche Bezirksmeisterschaften und stieg mit der 1.Mannschaft in die damals höchste Klasse, die Diözesanklasse, auf.
Schon nach wenigen Jahren wurde er in den Vorstand gewählt und wurde mit erst 29 Jahren Brudermeister und damit Vorsitzender. Insgesamt gehörte er dem Vorstand in verschiedenen Funktionen mehr als 30 Jahre an, zuletzt bis Anfang 2023 wieder als Brudermeister, ehe er 2023 nicht mehr zu den Vorstandswahlen antrat, um den Weg für einen Generationswechsel freizumachen.
Als stellvertretender Bezirksbundesmeister war er auch auf Bezirksebene aktiv und war einer der maßgeblichen Wegbereiter für die Schützenwiese und das Vereinsheim der Bruderschaft.
Mit seinen Schützenbrüdern pilgerte er zweimal zum Grab des Schutzpatrons der Bruderschaft, dem hl. Hubertus, nach St. Hubert in den belgischen Ardennen sowie über den Jakobsweg nach Santiago de Compostela und den Frankenweg nach Rom.
Auch wenn er jetzt nicht mehr im Vorstand aktiv ist, so ganz kann er es doch nicht lassen und ist als Mitglied des Bauausschusses an den Planungen für das Dorfhaus beteiligt, das die Schützen gemeinsam mit dem Jungenspiel und dem Verein der katholischen Frauen und Mütter mit Hilfe der Stadt auf der Schützenwiese realisieren wollen. Und wenn im Sommer die kulinarischen Wochen anstehen, kann man sicher sein, dass er wieder in der Küche des Vereinsheims steht, um ( fast ) jeden Donnerstag seinen Schützenschwestern und Schützenbrüdern ein leckeres Essen zuzubereiten.

Volles Haus bei Jahrehauptversammlung

Kein Platz im Vereinsheim war mehr frei, als Brudermeister Karlheinz Beissel pünktlich um 10 Uhr die diesjährige Jahreshauptversammlung der Scherberger St. Hubertus Schützen eröffnete.
Nach den Berichten der Fachwarte und dem Bericht des Kassieres, der über ein wirtschaftlich überaus erfolgreiches Jahr und einen glänzenden Kassenstand verweisen konnte, wurde der Vorstand auf Vorschlag der Kassenprüfer durch einen einstimmigen Beschluss der Mitglieder entlastet.
Bei der anschließenden Ergänzungswahl zum
Vorstand konnten alle zur Wahl stehenden Vorstandsämter problemlos wiederbesetzt werden und alle Vorgeschlagenen wurden mit überwältigenden Mehrheiten gewählt
Anschließend beschloss die Versammlung die Anschaffung einer neuen Sportwaffe für die Sportschützen und auf Beschluss der Versammlung sollen Angebote zur Restauration der Traditionsfahnen eingeholt werden, die dringend einer Überarbeitung bedürfen. Berichtet wurde auch über den Sachstand zu dem gemeinsam mit dem Jungenspiel etc geplanten Dorfhaus. Dabei wurde deutlich, dass das Jahr 2024 für die Schützen das Jahr der Entscheidungen hierzu sein wird.
Nach mehr als 4 Stunden konnte der Brudermeister eine rundherum gelungene Jahreshauptversammlung schließen. Ein wahrhaft gelungener Auftakt für das Jahr 2024, in dem die Schützen ihr 130jähriges Bestehen feiern werden.

Schützen besuchen Neujahrsempfang der Stadt Würselen


Mit einer großen Abordnung besuchten die Scherberger Schützen den diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Würselen. Mit besonderem Interesse verfolgten die Schützen dabei die Ausführungen des Bürgermeisters Roger Niessen über die Investionen der Stadt in Sportstätten in Würselen. Die Projekte für die Fußballer wie der Kunstrasenplatz in Linden Neusen, der Kunstrasenplatz in Bardenberg, das Jupp Derwall Stadion sowie der geplante Hallenbau für die Handballvereine in Broichweiden mit einem Investionsvolumen von insgesamt 45.000.000 Millionen Euro freute die Schützen, warfen allerdings erneut die Frage auf, wann denn die Schützen und die Jungenspiele endlich auch die notwendigen Mittel für den Bau der für sie erforderlichen Sportstätten und Versammlungsräume zur Verfügung gestellt bekommen, wobei die hierfür erforderlichen Mittel nur einen Teil der Kosten ausmachten, die alleine für den Bau nur eines einzigen Kunstrasenplatzes erforderlich sind. Die Schützen, deren Aktivitäten vom Bürgermeister mehrfach in seiner Ansprache lobend hervorgehoben wurden, was die Schützen mit großer Freude zur Kenntnis nahmen, werden jetzt sehr genau beobachten, ob dem Lob auch Taten folgen und das Brauchtum in Würselen zukünftig genauso wertgeschätzt wird wie Handball und Fußball.

Trauer um Philipp Schürmann


Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Schützenbruder Philipp Schürmann, Er verstarb am 8.12.2023 friedlich im Alter von 88 Jahren.
Philipp Schürmann war Mitglied der St.Hubertus Schützenbruderschaft seit dem 1.9.1975. Soweit es seine Gesundheit zuließ, nahm er bis zuletzt an allen großen Veranstaltungen der Bruderschaft teil. Größte Freude war es für ihn, als Maikönig des Scherberger Jungenspiels im Jahr 1959 am Kirmessonntag auf der Kutsche der Schützen noch bis zum letzten Jahr mit am Umzug teilzunehmen zu können.
Die Schützen werden ihm auf seinem letzten Weg das Geleit geben und seiner in Ehren gedenken.

Scherberger Schützen gedenken den Opfern der Kriege

Angeführt von unserem Bezirkskönig Holger Plewe und König Sebastian Schwandtner und dem Prinzen Leon Schwandtner, nahmen die Scherberger Schützen wie in jedem Jahr in einer stattlichen Anzahl an der zentralen Gedenkfeier zur Erinnerung an die Gefallenen und zivilen Opfer der Kriege teil.
Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister hielten Volker Dederichs und Holger Deussen zwei bemerkenswerte Ansprachen, die zugleich Mahnung und Aufforderung waren zu erkennen, dass es Frieden nicht umsonst gibt, sondern der ständigen Bereitschaft bedarf, unsere Freiheit zu verteidigen.
Nach den Ansprachen begaben sich die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung, darunter viele Schützen auch der St. Sebastianus Schützengesellschaft und der Salmanusschützen unter dem Klang der Trommeln der Alten Kameraden zum Ehrenfriedhof, um am Ehrenmal Kränze abzulegen

Martinszug in Scherberg

Wie in jedem Jahr ließen es sich die Scherberger Schützen nicht nehmen, für den sicheren Ablauf des St. Martinzugs zu sorgen und gemeinsam mit örtlichen Polizeibeamten und der Feuerwehr der Stadt Würselen den Zugweg abzusperren, so dass die vielen Zugteilnehmer – es waren geschätzt sicher mehr als 300 Teilnehmer – angeführt von St. Martin ohne Sorgen durch die Straßen Scherbergs ziehen konnten. Mit Fackeln und Warnwesten “ bewaffnet „ sorgten die mehr als 30 Schützen, angeführt von ihrem König Sebastian Schwandtner, vor allem dafür, dass kein Auto den Zugweg kreuzte.
Nach getaner Arbeit – wobei Arbeit das falsche Wort ist, setzen sich die Scherberger Schützen doch mit großer Freude für den Erhalt des alten Brauchtums und für ihre Scherberger Mitbürger ein – feierten die Schützen gemeinsam mit den anderen Teilnehmern des Martinszugs am Martinsfeuer vor dem Columbarium und ließen sich sowohl die leckeren Brezeln als auch den ein oder anderen Glühwein schmecken.
Dank sagen die Schützen allen, die mit viel Herzblut den Martinszug organisiert haben und damit Jahr für Jahr soviel Freude in die Herzen vieler kleiner ( und auch großer ) Kinder bringen.

Scherberger Schützen feierten Patronatsfest

Zu Ehren ihres Schutzpatrons, des Heiligen St. Hubertus feierten die Schützen am letzten Sonntag ihr alljährliches Patronatsfest.
Zunächst gedachten mehr als 50 Schützenschwestern und Schützenbrüder, darunter der amtierende Bezirkskönig Holger Plewe und der amtierende Schützenkönig der Bruderschaft Sebastian Schwandtner, den Verstorbenen der Bruderschaft, aber auch den Opfern der Kriege in der Ukraine und Israel. Ihnen zu Ehren legte der König der Bruderschaft am neu errichteten Ehrenkreuz am Colombarium der ehemaligen Pfarrkirche St. Marien einen Kranz nieder, bevor die Schützen dann in Begleitung zahlreicher Maijungen unter den Klängen des Bundestambourkorps Alte Kameraden durch Scherberg auf die Schützenwiese zogen, um anschließend im Vereinsheim ein fröhliches Fest zu feiern.
Während des Festes wurden eine Reihe von Schützen für ihre Verdienste um die Bruderschaft geehrt. So erhielten Ulrike Schwartz, Michael „ Mim „ Vonz, Klaus Ortmans, Ludwig Juchems, Michael Staudinger und Hans Grundei aus der Hand des Brudermeisters Karlheinz Beissel das Silberne Verdienstkreuz. Jürgen Schultheiß wurde das Sportabzeichen in Bronze verliehen. Aus der Hand des Bezirksbundesmeisters Frank Lube erhielten schließlich Michael Mallmann und Günther Kreutz den Hohen Bruderschaftsorden. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Vereinsmeister und Vereinsmeisterinnen der Bruderschaft, die ihre Auszeichnungen aus der Hand des Schiessmeisters Michael Reinders entgegen nahmen.
Viele Gäste konnten die Schützen dann im Rahmen des bis in den Abend dauernden Festes begrüßen, darunter zahlreiche Schützenbrüder befreundeter Bruderschaften, aber auch eine große Abordnung des KWK mit ihrem Präsidenten Heinz Paffen und dem amtierenden Stadtprinzen. Insgesamt feierten im Laufe des Tages rund 200 Scherbergerinnen und Scherberger und Gäste ein ausgelassenes Fest, eben so, wie man es in Scherberg kennt !

Dorfhaus: Eine Ratsmehrheit ist drin

Hier ein Zeitungsbericht der Aachener Zeitung vom 17.06.2023.

Dorfhaus: Eine Ratsmehrheit ist drin.

Scherberger Vereine wollen Veranstaltungsstätte am Rande des Wurmtals. Das sagen die Fraktionen.

VON JAN MÖNCH

WÜRSELEN

Sollte auf öffentliche Mittel zurück gegriffen werden, um den Scherberger Ortsvereinen zu einer Heimat zu verhelfen? Und ist das Landschaftsschutzgebiet am Rande des Wurmtals der geeignete Ort für dassogenannte Dorfhaus? Um diese Fragen ist, auch durch die beherzte öffentliche Kritik eines Anwohners, eine rege Diskussion entstanden.  Entscheidend ist freilich, wie die Würselener Ratsfraktionen zu dem Thema stehen. Und eine Umfrage ergibt, dass die Vereine sich berechtigte Hoffnungen auf eine politische Mehrheit für ihr Anliegen machen dürfen. Die allerdings bei weitem nicht einstimmig ausfallen dürfte.  Es geht um die Schützenwiese an der Scherberger Paulinenstraße,  gelegene in Stück östlich vom alten Armada-Sportplatz. Das Areal ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, engumgeben wird es durch ein–noch strenger geschütztes–Naturschutzgebiet. Vier Scherberger Ortsvereine unter Federführung der St.-Hubertus-Schützen würden hier gerne ein multifunktionales Dorfhaus mit Mehrzweckhalle und Schießstand errichten lassen, auf einer Fläche von 12,5 mal 25 Meter und subventioniert mit einer halben Million Euro aus dem städtischen  Haushalt. Denn öffentliche Veranstaltungsstätten gibt es in Scherberg nicht mehr. Ein zentrales Argument der Vereine besagt, dass ja auch die Sportvereine mit vielen Millionen Euro für die neuen Sportanlagen bedacht worden seien, und nun sei das Brauchtum an der Reihe. Wie stehen die Ratsfraktionen zu dem Anliegen?

Das sagt die CDU:
Die Christdemokraten stehen am eindeutigsten hinter dem Dorfhaus und haben das auch von Anfang an deutlich gemacht. Was nicht überrascht, ist doch FraktionssprecherKarl-JürgenSchmitz eine treibende Kraft des Vorhabens. Stadtverbandsvorsitzender Balthasar Tirtey würde es sogarbegrüßen, wenn das Beispiel Schule machen und auch in anderen Ortsteilen vergleichbare Initiativen angestoßen würden. „Wir sind davon überzeugt, dass die gesamte Gesellschaft profitiert, wenn Vereine das Miteinander pflegen können“,  sagt der Ratsherr. Auch BürgermeisterRoger Nießen, selbstCDU-Mann,  hat in der Vergangenheit bereits seine Unterstützung signalisiert, was im Stadtrat eine zusätzliche Stimme bedeuten würde.

Das sagt die SPD:
Die zweitgrößte Ratsfraktion steht dem Dorfhaus „sehrkritisch“ gegenüber, wie Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Das hat zunächst mit dem Standort indem geschützten Gebiet zutun, der zudem alles andere als zentral gelegen sei. Der zweite wesentliche Grund für die Haltung  der SPD ist die angespannte Haushaltslage.„Wenn wir für Scherberg ein Dorfhaus finanzieren würden, würden wir damit Begehrlichkeiten wecken, die wir nicht bedienen können“, so Küppers. Über eine zentralgelegene, also nicht nur für die Scherberger gedachte Schießsportanlage fürLang-und Kurzwaffen nachzudenken, wäre die SPD hingegen bereit.

Das sagen die Grünen:
Der Koalitionspartner der CDUzeigt sich zurzeit noch unentschlossen. Die Bedenken hinsichtlich der notwendigen Flächenversiegelung seien zwischenzeitlich ausgeräumtworden, da ein ökologischer Ausgleich in Aussicht gestellt worden sei, der den Interessender Grünen gerecht werde, erklärt Fraktionsvorsitzender Michael Jochmann. „Einzig das Thema Lärm macht uns noch ziemliche Sorgen, da sich in der Nähe des Grundstücks nachweislichein Brutgebiet für den streng geschützten Steinkauz befindet und in folge der geänderten und erweiterten Nutzung im Dorfhaus mit einer deutlich höheren Lärmentwicklung auch in den Abendstunden zu rechnen sein wird.“ Entscheidende Wirkung könnte eine Stellungnahme des Naturschutzbeirats der Städteregion entfalten, um die die Grünen gebeten haben.

Das sagt die FDP:
Fraktionsvorsitzender Hans Carduck und seine Parteifreunde sind für das Projekt–allerdings unter der Voraussetzung, dass das Dorfhaus instädtischen Besitz übergeht. Zu dem legt er Wert darauf, dass die Vereine eine ganzjährige Konzession für den Ausschank von Speisen und Getränken beantragen. Der oben beschriebene Vergleich mit den Sportvereinen,  den dieScherberger Ortsvereine angestrengt haben, ist bei der FDP all die weil nicht gut angekommen.  „DerVergleich ist nicht ganz richtig“, sagt Hans Carduck. „Diese Vereine führen riesige Jugendabteilungen, die es bei den Schützen in dieser Form nicht gibt.“

Das sagt die UWG:
Fraktionsvorsitzende Michael Benja hingegen findet den von Carduck kritisierten Vergleich zutreffend und angebracht. Die erheblichen Mittel fürJupp-Derwall-Stadion und Co. spielte n die „Lobby der Fußballvereine in der Gesellschaft“ wider. Trotzdem sehe man das Projekt bei der UWG bislang „kritisch“, insbesondere moniert Benja, dass den politischen Gremien bislang kein Konzept vorgelegt worden sei. Man sei deshalb gar nicht imstande, eine Entscheidung zutreffen.  Insbesondere sei problematisch, dass Begehrlichkeiten in anderen Stadtteilen geweckt würden, wo die Vereine unter ähnlichen Problemen litten. Die UWG sei für eine Gleichbehandlung.

Das sagt die Partei:
Fraktionsvorsitzender Alfred Reuters gibt sich als Befürworter derSubventionierung zuerkennen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Vereine das Dorfhaus nicht ausschließlich für sich alleine nutzen würden.  „Wir hoffen sehr, dass auch anderen Einwohnern die Möglichkeit eingeräumt werden soll,das Dorfhaus zu nutzen. Speziell dieJugend. “Wenn das nicht gewährleistet wäre, stünde die Zustimmung seiner Fraktion hingegen infrage. Die möglicherweise in anderen Stadtteilen erwachsenden Begehrlichkeiten betrachtet Reuters hingegen nicht als Hindernis.„Wir halten es für die Aufgabe einerKommune, Treffpunkte wie das Dorfhaus zuschaffen.“

Zeitungsbericht zum Dorfhaus Scherberger Vereine stellen sich der Kritik

Anbei ein Zeitungsartikel der Aachner Zeitung vom 12.06.2023

Artikel Dorfhaus

Nachdem ein Anwohner das geplante Dorfhaus infrage gestellt hat, reagieren Schützen, Maibrauchtum und Co.

Scherberger Vereine stellen sich Kritik

Sie setzen sich gemeinsam für das Dorfhaus ein (v.l.): Helmi Graf, Manfred Graf, Sebastian Schwandtner, Karl-Jürgen Schmitz, Daniel Cohnen und Daniela Rößler-Cohnen. Foto: Jan Mönch

VON JAN MÖNCH

Würselen Die Geschichte des Scherberger Schützenheims, wie man es heute kennt, geht auf das Jahr 2011 zurück. Damals schloss die Gaststätte Alt Scherberg an der Ecke Südstraße/Paulinenstraße. Das Lokal hatte den St.-Hubertus-Schützen genau wie anderen ortsansässigen Vereinen eine Heimat geboten, und dieser Heimat sahen sie sich damals beraubt. Also richtete der Blick der Schützen sich auf die Wiese östlich des alten Armada-Sportplatzes, gelegen am Rande des Wurmtals. 2012 wurde der Hochstand gebaut. Später folgte das kleine Vereinsheim, das bis heute dort steht. Wenn man so will, hatten sich die Schützen selbst eine neue Heimat geschaffen.

Und die will man sich schon sehr bald mit den anderen Scherberger Ortsvereinen teilen. Wie bereits vor einigen Monaten publik gemacht wurde, soll ein multifunktionales Dorfhaus mit Mehrzweckhalle und Schießstand entstehen. Die Politik hat
zu diesem Zweck eine halbe Million Euro im Haushalt vormerken lassen. Karl-Jürgen Schmitz, der seine Aufgaben als Brudermeister der Schützen kürzlich in jüngere Hände gelegt hat, sich aber weiter im vereinseigenen Bauausschuss engagiert, rechnet damit, dass der Stadtrat im Spätsommer eine definitive Entscheidung fällen wird, ob der Zuschuss auch tatsächlich gewährt wird. Mit der Umsetzung
könnte, wenn aus Vereinssicht alles optimal läuft, im kommenden Frühjahr begonnen werden.

Zuletzt hatte es jedoch Kritik an dem Projekt gegeben. Bernhard Leidner, ein Anwohner der Südstraße, stört sich zum einen am Standort im Landschaftsschutzgebiet, das zudem von einem Naturschutzgebiet eng umgeben ist. Und zum anderen daran, dass das Projekt zu einem Großteil aus Steuergeld finanziert werden soll. Dabei stießen Schützen und Jungenspiel „bei einem großen Teil der Bevölkerung auf Gleichgültigkeit“, schrieb er an Bürgermeister und Ratsfraktionen.

Die Grünen reagierten, indem sie „Experten“ aus überregionalen Parteikreisen zu Rate zogen. Die CDU betonte, dass sie dennoch voll hinter dem Ansinnen der Vereine stünden. Und die UWG antwortete Leidner, man sehe das Projekt „ebenfalls kritisch“, werde sich aber erst dann intensiv damit befassen, sobald konkrete Pläne
vorliegen. Unsere Zeitung berichtete ausführlich.

Bei den Scherberger Ortsvereinen war man davon naturgemäß nicht gerade begeistert, sieht sich und das Projekt diskreditiert. Und will sich umso mehr der Kritik stellen.

Zum Gespräch im Schützenheim empfangen gemeinsam mit Schmitz Helmi Graf und Daniela Rößler-Cohnen von der Vereinigung der Frauen und Mütter, Manfred Graf und Sebastian Schwandtner von den Schützen und Daniel Cohnen, Geschäftsführer des Verein zur Förderung des Scherberger Maibrauchtums. Daneben gehört auch das Scherberger Königsspiels zu den Vereinen, die sich das Dorfhaus
dringend wünschen. Nach eigenen Angaben kommen sie zusammen auf fast 600 Mitglieder. Rechnet man deren Familien hinzu, sei man rasch deutlich im vierstelligen Bereich an Scherbergern, die direkt von dem Dorfhaus profitieren würden. Zudem würde man gern die Scherberger Altenstube reaktivieren, deren Tätigkeiten aufgrund der nicht mehr vorhandenen Versammlungsmöglichkeit in den
vergangenen Jahren praktisch zum Erliegen gekommen sind.

Das Ende anderer Ortsvereine, als Beispiel seien der Taubenzüchterverein, der Kirchenchor St. Marien oder der TV Scherberg genannt, haben die Scherberger noch deutlich vor Augen. Im Ort schätzt man sich einerseits glücklich, dennoch auf ein reges Vereinsleben zu blicken. Sieht das aber mittelfristig in Gefahr. Was
auch mit Blick auf die Jugend fatal wäre. „Das Vereinsleben hat einen hohen integrativen Wert. Nirgendwo gibt es so viel Basisdemokratie“, sagt Karl-Jürgen Schmitz.

Die entscheidende Frage lautet nun: Sollte eine Stadt wie Würselen mit ihrer deutlich angespannten Haushaltslage sich das eine halbe Million Euro kosten lassen? „Wir sprechen hier nicht von Kleingeld, das ist richtig“, so Schmitz, der auch als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Würselener Stadtrat sitzt. „Aber das muss man
in Relation sehen. Schon die Umwandlung eines Naturrasenplatzes in einen Kunstrasenplatz kostet 700.000 bis 800.000 Euro. Und wir haben schon viele umgewandelt.“ Und selbst das ist nur ein Bruchteil der Kosten, auf die etwa das neue Jupp-Derwall-Stadion an der Kauseneichsgasse gekommen ist.

Und auch den möglichen Eindruck, die Vereine scherten sich nicht darum, dass der für das Dorfhaus in Rede stehende Bereich ökologisch geschützt ist, möchte man nicht auf sich sitzen lassen. Richtig sei vielmehr, dass die Schützen ihn seit 2011 deutlich aufgewertet hätten, etwa durch das Pflanzen von Hecken und Obstbäumen. Die Setzlinge für die Hecken habe man seinerzeit übrigens von den Grünen geschenkt bekommen, merkt Schmitz mit einer Spur Süffisanz an. „Unser Festzelt steht schon seit den 70ern hier“, ergänzt Daniel Cohnen. „Wenn es abgebaut ist, ist der Bereich mehr als aufgeräumt. Da bleibt rein gar nichts liegen.“

Als die Schützen nach 2011 ihre Heimat an den Rande des Wurmtals verlegten, mussten sie dazu einiges an Bürokratie abhandeln. Man habe ein Bodengutachten, ein Artenschutzgutachten und einen landschaftspflegerischen Begleitplan in Auftrag gegeben, rekapituliert Karl-Jürgen Schmitz. „Wir stürzen uns da jetzt also
nicht in irgendein Abenteuer.“ Denn keine der genannten Expertisen habe dem Benehmen der Unteren Naturschutzbehörde im Wege gestanden. Und so sei man guter Dinge, dass auch das Dorfhaus entstehen kann und darf. „Übrigens war hier bis in die 60er Jahre eine Müllkippe. Wir sitzen auf einer fünf Meter dicken Schicht
Abfall, die von 80 bis 100 Zentimetern Muttererde bedeckt ist. Und nicht auf einem hochwertigen Moor.“ Daneben sei es unter anderem dem Engagement einiger Schützen zu verdanken, dass vor Jahrzehnten der Bau der sogenannten Wurmtalautobahn verhindert wurde, die heute, ausgerechnet, circa 80 Meter hinter
dem Grundstück von Bernhard Leidner verlaufen würde.

Und schließlich ist da die Behauptung des Nachbarn, das Brauchtum sei vielen Scherbergern egal. Die Vereinsmitglieder machen im Rahmen des Gesprächs im Schützenheim kein Geheimnis daraus, dass die Aussage sie durchaus getroffen hat – und sie fest vom Gegenteil überzeugt sind. „Wenn Kirmes ist, sind die Häuser
stärker geschmückt als in der Innenstadt“, sagt Daniela Rößler-Cohnen. „Das Brauchtum hat in Scherberg einen hohen Wert.“

Wenn man sich auch geärgert haben mag: Böse ist man Bernhard Leidner bei den Vereinen offenbar nicht. Zum Jungenspiel in der kommenden Woche soll er persönlich eingeladen werden.